Innovationsverbund
Ostdeutschlandforschung


Veranstaltungen

Mit Linksreformismus aus der Krise?
Diskussion mit Nikolaus Kowall und Dr. Rainer Land
Moderation: Dr. Michael Thomas, Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien (BISS e.V.) und Netzwerk Ostdeutschlandforschung

Montag, den 28. Juni 2010 um 18 Uhr 30
Oxymoron, Rosenthaler Str. 40/41, in den Hackeschen Höfen, 10178 Berlin

Angesichts permanenter Krisen und aktueller Umbrüche hat die Zeitschrift "Berliner Debatte Initial" kürzlich einen Aufruf verfasst, um linksreformistische Politikprojekte und Meinungen hierzu einzuwerben. Hiermit sollen neue Räume erkundet werden, die jenseits der bürgerlichen Deutungshoheit, neoliberaler Bewältigungsstrategien und hegemonialer Diskursvorteile liegen. Wie aber lassen sich linksreformistische Politikprojekte im Interesse übergreifender Alternativen bündeln? Können sie mobilisierend wirken und die traditionellen Konzepte des Sozialabbaus, der Lohnkürzungen und der Standortwettbewerbe ablösen? Wie kann das notwendige theoretische Paradigma hierzu aussehen?

Diese Schwerpunkte verbinden die im Netzwerk Ostdeutschlandforschung entwickelte Umbruchsperspektive mit den von jungen Mitgliedern der SPÖ formulierten Ansätzen eines neuen progressiven Paradigmas und pluralistischen Politikansatzes (Neoreformismus). Diskutiert werden übergreifende Fragen dieses Theorierahmens sowie Anlässe und Schwerpunkte des Neoreformismus. Was sind die Ziele der "Sektion 8" in Österreich? Wie kann der genannte Aufruf in eine gemeinsame Strategie umgesetzt werden? Lassen sich Überlegungen zu konkreten Gestaltungsansätzen und -möglichkeiten angesichts globaler Umbruchsprozesse zuspitzen?

Nikolaus Kowall, Wirtschaftswissenschaftler und Vorsitzender der Sektion acht der SPÖ in Wien (www.sektionacht.at).

Dr. Rainer Land, Dr. sc.oec., Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler. Mitbegründer des Thünen-Instituts in Mecklenburg-Vorpommern mit Andreas Willisch u.a., Mitarbeit in der sozioökonomischen Berichterstattung über den Wandel des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells im SOFI Göttingen. Mitgründer des Netzwerks Ostdeutschlandforschung.

ÜBER LEBEN IM UMBRUCH
Konferenz und Theaterspektakel

3. bis 5. Juni 2010
Maxim Gorki Theater und Collegium Hungaricum Berlin

Soziologen und Ethnologen, Dramatiker und Performancekünstler waren über einen Zeitraum von drei Jahren den Überlebenskonstellationen nach dem Ende der Wohlfahrtsgesellschaft auf der Spur.
Am Beispiel der Stadt brandenburgischen Stadt Wittenberge untersuchten sie, wie die Menschen den Umbruch erfahren. Wie lebt es sich in einer Stadt, die keinen Aufstieg gemacht hat? Welche Chancen sehen Menschen, wenn viel von Perspektivlosigkeit die Rede ist? Wie verändern sich die sozialen Beziehungen, wenn man sich nicht mehr sicher sein kann, ob man überhaupt noch dazu gehört? Wie wird Gemeinschaft gegründet, und wie wird die Familie zusammen gehalten?
Das Forum ÜBER LEBEN IM UMBRUCH zieht öffentlich Bilanz der wissenschaftlichen Forschungen und künstlerischen Recherchen in Wittenberge und in anderen europäischen Regionen.
Für drei Tage im Juni laden wir ein zu einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft.

Programm (PDF)

Weniger ist mehr.
Experimenteller Stadtumbau in Ostdeutschland

Diskussion mit Philipp Oswalt (Direktor Stiftung Bauhaus Dessau) und Raj Kollmorgen (Otto-von-Guericke-Universität)

Moderation: Andreas Willisch (Thünen-Institut)

Montag, den 19. April 2010 um 18:30 Uhr
Oxymoron, Rosenthaler Str. 40/41, in den Hackeschen Höfen, 10178 Berlin

Rückläufige demografische Entwicklungen, eine massive Deindustrialisierung, individualisierte Lebensformen und eine durch die neuen Technologien veränderte Produktionslandschaft: Auf diese Herausforderungen muss der Städtebau radikal neue Antworten finden.

Wann stoßen aber die Strategien zur Transformation traditioneller Siedlungsbilder in neue urbane Räume an ihre Grenzen? Unumstritten ist, dass eine breit angelegte Zusammenarbeit aller Akteure mit dem Ziel einer bedarfsgerechten Stadtplanung ein Experiment mit vielen Chancen darstellt. Aber können mit Hilfe von Sozialtechnologien, welche schrumpfende Städte als Laborkonstellationen begreifen, auch Milieuträgheiten überwunden werden und innovative Lebensweisen befördern?

Wohlergehen ohne Wachstum - Konturen einer neuen Demografiepolitik

Diskussion mit Dr. Reiner Klingholz (Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung) und Andreas Willisch (Thünen-Institut für Regionalentwicklung)
Moderation: Dr. Michael Thomas (Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien e.V.)
Montag, den 22. Februar 2010 um 18:30 Uhr
Oxymoron, Rosenthaler Str. 40/41, in den Hackeschen Höfen, 10178 Berlin

Wie kaum eine zweite sozialwissenschaftliche Einrichtung schafft es das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, im Feld des demografischen Wandels Themen zu setzen. Die Daten, die die Wissenschaftler um Reiner Klingholz präsentieren, sprechen dabei eine eindeutige Sprache: Deutschland schrumpft - bis 2050 um etwa 8 Millionen Einwohner.
Dies trifft Ostdeutschland in weit stärkerem Maße als die übrige Bundesrepublik. So verliere Sachsen-Anhalt bis 2025 ein Drittel seiner Bewohner, Hoyerswerda gar die Hälfte. Die Studien des Instituts, nach denen nur noch Wolfsrudel in die verlassenen Landschaften einwandern, schrecken einmal die Landesregierung in Brandenburg auf und ein anderes Mal den Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Länder.
Eine noch größere Herausforderung für die Politik als die Zahlen ist die Forderung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung nach einer neuen Demografiepolitik: Die Politik habe sich zunächst vom Phantom des Wachstums zu verabschieden. Gegenden, die sich selbst als nicht förderwürdig definieren, sollen nur mehr versorgt und nicht mehr gefördert werden. Dagegen sollen innovationsbereite bildungs-, energie- und bürgernahe Regionen Autonomie und Haushaltmittel erhalten, damit sie ihre eigenen Erfahrungen mit dem demografischen Wandel machen können.
Wie tragfähig dieser Ansatz ist, darüber möchten wir mit Reiner Klingholz diskutieren. Darüber, was uns die Zahlen über unsere Zukunft verraten und wie eine neue Demografiepolitik aussehen könnte. Über die Grenzen der Wissenschaft und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland, über ausbleibende Zuwanderung, die Fertilität und den humanen Faktor in Krisenregionen.

Stumme Krise - geteiltes Land
Die deutsche Einheit braucht frische Ideen

Tagung

Veranstalter: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V., Werkstatt Ökonomie Heidelberg, Ostwind-Institut Meißen, Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung
12. bis 14. März 2010
Evangelische Akademie, Lutherstadt Wittenberg, Schlossplatz 1d
Anmeldung bis 5. März unter info@ev-akademie-wittenberg.de
Programm (pdf)

Zwanzig Jahre deutsche Einheit sind ein Grund zur Freude. Doch der tief greifende Umbruch in Ostdeutschland hat Spuren hinterlassen. Im Armutsatlas des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes leuchten die neuen Länder flächendeckend rot. Je dunkler das Rot, desto mehr Arme leben hier. Und im "Jahrbuch Gerechtigkeit III" stellen dessen kirchliche Herausgeber fest, dass sich die Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland wieder auseinander entwickelten. Ganz anders der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit: "...von 2000 bis 2008 ist der wirtschaftliche Aufholprozess wieder in Gang gekommen." Das Bild der deutschen Einheit ist uneinheitlich. Es bleibt bei vielen, vor allem bei Ostdeutschen, ein Unbehagen.
Gegen diesen Trend sind kreative Ideen und Projekte entstanden, die vorgestellt und diskutiert werden. Sind sie Wegweiser für eine neue deutsche Einheit in der globalisierten Welt?

20 Jahre Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien (BISS e.V.)
Wissenschaftliche Veranstaltung

Freitag, der 19. März 2010
BISS e.V., Pettenkofer Str. 16-18, 10247 Berlin
Programm und Anmeldung unter www.biss-online.de

Forschungsperspektiven zu Ostdeutschland - Workshop des Nachwuchsnetzwerks Ostdeutschlandforschung

Freitag, der 9. April 2010 von 11 bis 17 Uhr
Ort: Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin,
Ernst-Ruska-Gebäude, Hardenbergstr. 36A, Raum 242

Der Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung hat ein Netzwerk von jungen Forscherinnen und Forschern ins Leben gerufen, bestehend aus Diplomanden, Doktoranden und Post-Docs, die zu Themen der Ostdeutschlandforschung arbeiten. Das Netzwerk und die Veranstaltungen sind offen für alle Interessentinnen und Interessenten. Das Nachwuchsnetzwerk ermöglicht über die meist fachspezifische Ausrichtung von Dissertationen und Diplomarbeiten hinaus den interdisziplinären Austausch. Es ist das Anliegen des Innovationsverbunds, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Forschungsfeld zu gewinnen, miteinander zu vernetzen und bei der Qualifizierung zu begleiten. Die Diskussion wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Netzwerk Ostdeutschlandforschung unterstützt.
Wir rufen alle Interessentinnen und Interessenten auf, Themenvorschläge für den Workshop am 9.4.2010 einzureichen und zu präsentieren. Am besten ist eine Kurzbeschreibung mit Titel, Themenbeschreibung, Namen und Adresse/E-Mail auf ca. 1/2 bis 1 Seite.
Rückfragen, thematische Vorschläge und Anmeldungen bitte an Carolin Schröder.
Email: c.schroeder@ztg.tu-berlin.de Tel.: 030/314-23 793