Innovationsverbund
Ostdeutschlandforschung


Veranstaltungen

ÜberLeben im Umbruch
Am Beispiel Wittenberge: Ansichten einer fragmentierten Gesellschaft

Buchpräsentation und Diskussion mit Heinz Bude (Hamburger Institut für Sozialforschung und Universität Kassel), Kathrin Müller (Künstlerische Mitarbeiterin im Projekt "Über Leben im Umbruch" am Maxim Gorki Theater) und Andreas Willisch (Thünen Institut)

Sonntag, den 16. Oktober 2011 um 11 Uhr
Maxim Gorki Theater Foyer, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Eintritt frei

Sozialwissenschaftler und Theaterschaffende machen sich auf den Weg nach Wittenberge in Brandenburg. Einst eine blühende Industriestadt steht Wittenberge heute für Deindustrialisierung, Fragmentierung der Gesellschaft, Entleerung. Was heißt das für die soziale Struktur? Bedeutet es Aufbruch oder Resignation; wer geht, wer bleibt? Wie wird das "Überleben" organisiert? Was hält die Gesellschaft noch zusammen und was ist auch positiv an Umbrüchen? Die Herausgeber diskutieren mit Gästen und Interessierten.

Heinz Bude, Thomas Medicus, Andreas Willisch (Hg.), Überleben im Umbruch. Am Beispiel Wittenberge: Ansichten einer fragmentierten Gesellschaft. Hamburger Edition, Hamburg 2011, 360 S., 39 Euro.

Studie
Michael Thomas, Rolf Reißig, Frank Thomas Koch
Das Projekt des sozialökologischen und solidarischen Umbaus.
Fallbeispiele für den Einstieg

Im Auftrag der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Partei DIE LINKE in den Landtagen und im Deutschen Bundestag

Rezension
Frank Adler, Ulrich Schachtschneider
Green New Deal, Suffizienz oder Ökosozialismus? Konzepte für gesellschaftliche Wege aus der Ökokrise
oekom Verlag, München 2010, 318 S., 24.90 Euro
rezensiert von Michael Thomas


Konferenz der Akteure 2011
"Changemaking": Zivilgesellschaften und Politiken für eine soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit im ländlichen Raum


Eine Veranstaltung der Stiftungsinitiative Ost und des Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung

Termin und Ort:
13. Oktober 2011, 10.00-17.00 Uhr
Villa Rosenthal, Humboldtstr. 1, 04105 Leipzig
Netz: www.villa-rosental.de


Die Konferenz der Akteure im Jahr 2011 konzentriert sich auf ländliche Räume im Osten Deutschlands. Darunter werden nicht nur dörfliche Siedlungsstrukturen im engeren Sinne verstanden, sondern auch rural geprägte Siedlungsräume mit Klein- und Mittelstädten, die sich durch geringe Siedlungsdichte und Abwanderung, die Kombination von eher größeren Agrarbetrieben und handwerklichen oder industriellen KMU sowie einer gesellschaftlich peripheren Lage auszeichnen. Solche Räume dominieren weite Teile der neuen Bundesländer, insbesondere im Nordosten (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg), aber auch große mitteldeutsche Regionen (der Norden Sachsen-Anhalts, der Osten Sachsens, Teile Thüringens).

Ihre geringe Wirtschaftskraft und die anhaltende Abwanderung aus diesen peripheren Sozialräumen verbinden sich nicht zuletzt mit der Notwendigkeit einer sozialen und ökologischen Neuausrichtung unserer gesellschaftlichen Entwicklung und individuellen Lebensweise. Hier will die Konferenz der Akteure im Jahr 2011 ansetzen und fragen, was diese strukturellen Bedingungen und Entwicklungschancen konkret für die zivilgesellschaftlichen Akteure vor Ort bedeuten (können)? Welche Erfahrungen liegen vor und wo zeichnen sich Lernpotenziale und Transfermöglichkeiten ab? Wo und wie werden "klassische" Orientierungen und Erfahrungen der Zivilgesellschaft überschritten und welche innovativen Lösungen sind im Gespräch? Welche Bedeutung kommt dabei Bürger- oder Gemeinschaftsstiftungen zu? Wie können sozialwissenschaftliche Erkenntnisse in der praktischen Arbeit vor Ort genutzt werden?

Die Konferenz spricht insbesondere Akteure im Feld (Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft) und Wissenschaftler an.

Weitere Informationen:

Axel Halling
Stiftungsinitiative Ost
Haus Deutscher Stiftungen
Mauerstr. 93 | 10117 Berlin
Telefon +49 (30) 89 79 47-57 | Fax -91
axel.halling@stiftungen.org
www.stiftungsinitiative-ost.de

Eckart Schenk
Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung
Technische Universität Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft, Koordinierungsstelle
Hardenbergstr. 36A, ER 2-2
10623 Berlin
Telefon: 030-314 247 36
E-Mail: ostdeutschlandforschung@ztg.tu-berlin.de

PDF-Datei der Veranstaltung zum herunterladen

Ostdeutschland und die deutsche Einheit: Politik der Diskurse und Diskurse der Politik

Buchpräsentation und Podiumsdiskussion mit

Raj Kollmorgen (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), Michael Thomas (Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien) und Jan Philipp Sternberg (Märkische Allgemeine)

Moderation: Alfred Eichhorn

Montag, den 6. Juni 2011 um 18:30 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin

Ostdeutsche und Ostdeutschland sind auch nach zwanzig Jahren deutscher Einheit ein umstrittenes Politikum. Eine Gruppe behauptet, dass das Problem deutsche Einheit schon vor Jahren erfolgreich erledigt wurde; die "blühenden Landschaften" breiten sich vor uns aus. Für andere ist der Osten Deutschlands weiter ein Synonym für abgehängte Regionen und entleerte Landstriche ohne Zukunft, für eine Transfergesellschaft, soziale Unzufriedenheit und Rechtsextremismus. Eine dritte Gruppe kämpft für eine neue Zukunft ostdeutscher Regionen jenseits alter Angleichungsideologien und eingefahrener Umgestaltungsstrategien. Ostdeutschland erscheint hier als "avantgardistisches Experimentierfeld", das auch dem Westen des Landes einiges zu bieten und vorzumachen hat.

Offenkundig spielen in der Formierung dieser Bilder, Beurteilungen und Zukunftsaussichten die Massenmedien eine wichtige, vielleicht sogar zentrale Rolle. Seit einigen Jahren wird intensiver darüber diskutiert, wer, wo und wie über Ostdeutschland und die Ostdeutschen spricht, und welche Folgen das für die Gestaltung der deutschen Einheit und nicht zuletzt: für die Zukunftschancen der ostdeutschen Länder und ihrer Menschen hat.

Das Buch "Diskurse der deutschen Einheit. Kritik und Alternativen" widmet sich diesem Problemkreis. Zwei Autoren und ein Journalist werden die Thesen des Bandes präsentieren und im Anschluss mit dem Publikum um Ortbestimmungen und Zukunftschancen in der Entwicklung der neuen Länder und der Diskurse über sie diskutieren. Der Mitherausgeber Liudger Dienel (Zentrum Technik und Gesellschaft an der TU Berlin) führt in den Band ein.

Ulf Matthiesen: Raumpioniere - Wünschelruten des Neuen oder Lastesel alter Politikkonzepte?

Vortrag und Diskussion
Moderation: Michael Thomas (BISS e.V.)
Montag, 7. März 2011 um 18:30 Uhr
Oxymoron, Rosenthaler Str. 40/41, in den Hackeschen Höfen, 10178 Berlin

Raumpioniere wandern dorthin, wo nichts mehr geht oder niemand mehr ist. Sie wittern förmlich Möglichkeitsräume, wo andere vor der drohenden Ödnis flüchten. So lauten gängige Beschreibungen und auch gesellschaftspolitische Erwartungen angesichts einer drastischen Zunahme von räumlichen Disparitäten und sich ausweitenden Peripherien. Vielfach schwingt sogar "die letzte Hoffnung" mit. Und in der Tat sind in vielen leer fallenden ländlichen Gebieten, in innerstädtischen Peripherien und Brachenlandschaften an den Rändern der Städte Initiativen zu finden, die sich dem Verfall entgegen stemmen. Raumpioniere setzen sozial, kulturell und wirtschaftlich vielfach Lebenszeichen. Wo Politik nicht mehr weiter weiß, kann oder will, da greifen sie ein. Bei alldem bleiben Ambivalenzen spürbar. Was können solche "Mikronetze" wirklich? Können sie flächendeckende Abwanderung aufhalten und eine Beteiligung der Bürger aktivieren? Bringen sie zukunftsfähige Ideen und Projekte oder sind sie "nur willkommener Rettungsanker angesichts knapper Kassen und Alibi blinder Wachstumspolitik? Welche Erfolge, welche Misserfolge bilanziert die bisherige Geschichte? Dies sind einige der Fragen, die mit Ulf Matthiesen an diesem Abend diskutiert werden sollen. Matthiesen ist einer der Protagonisten von Forschungen und Konzepten zu Raumpionieren. Er ist aber ebenso provokativ und gegen den Strich großer Entwürfe und Erwartungen den subtilen Veränderungsdynamiken in Regionen auf der Spur - gleichsam selbst als Raumpionier. Wanderungen also - nicht nur durch die Mark Brandenburg.