Wohlergehen ohne Wachstum - Konturen einer neuen Demografiepolitik
Diskussion mit Dr. Reiner Klingholz (Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung) und Andreas Willisch (Thünen-Institut für Regionalentwicklung)
Moderation: Dr. Michael Thomas (Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien e.V.)
Montag, den 22. Februar 2010 um 18:30 Uhr
Oxymoron, Rosenthaler Str. 40/41, in den Hackeschen Höfen, 10178 Berlin
Wie kaum eine zweite sozialwissenschaftliche Einrichtung schafft es das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, im Feld des demografischen Wandels Themen zu setzen. Die Daten, die die Wissenschaftler um Reiner Klingholz präsentieren, sprechen dabei eine eindeutige Sprache: Deutschland schrumpft - bis 2050 um etwa 8 Millionen Einwohner.
Dies trifft Ostdeutschland in weit stärkerem Maße als die übrige Bundesrepublik. So verliere Sachsen-Anhalt bis 2025 ein Drittel seiner Bewohner, Hoyerswerda gar die Hälfte. Die Studien des Instituts, nach denen nur noch Wolfsrudel in die verlassenen Landschaften einwandern, schrecken einmal die Landesregierung in Brandenburg auf und ein anderes Mal den Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Länder.
Eine noch größere Herausforderung für die Politik als die Zahlen ist die Forderung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung nach einer neuen Demografiepolitik: Die Politik habe sich zunächst vom Phantom des Wachstums zu verabschieden. Gegenden, die sich selbst als nicht förderwürdig definieren, sollen nur mehr versorgt und nicht mehr gefördert werden. Dagegen sollen innovationsbereite bildungs-, energie- und bürgernahe Regionen Autonomie und Haushaltmittel erhalten, damit sie ihre eigenen Erfahrungen mit dem demografischen Wandel machen können.
Wie tragfähig dieser Ansatz ist, darüber möchten wir mit Reiner Klingholz diskutieren. Darüber, was uns die Zahlen über unsere Zukunft verraten und wie eine neue Demografiepolitik aussehen könnte. Über die Grenzen der Wissenschaft und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland, über ausbleibende Zuwanderung, die Fertilität und den humanen Faktor in Krisenregionen.
Stumme Krise - geteiltes Land
Die deutsche Einheit braucht frische Ideen
Tagung
Veranstalter: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V., Werkstatt Ökonomie Heidelberg, Ostwind-Institut Meißen, Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung
12. bis 14. März 2010
Evangelische Akademie, Lutherstadt Wittenberg, Schlossplatz 1d
Anmeldung bis 5. März unter info@ev-akademie-wittenberg.de
Programm (pdf)
Zwanzig Jahre deutsche Einheit sind ein Grund zur Freude. Doch der tief greifende Umbruch in Ostdeutschland hat Spuren hinterlassen. Im Armutsatlas des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes leuchten die neuen Länder flächendeckend rot. Je dunkler das Rot, desto mehr Arme leben hier. Und im "Jahrbuch Gerechtigkeit III" stellen dessen kirchliche Herausgeber fest, dass sich die Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland wieder auseinander entwickelten. Ganz anders der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit: "...von 2000 bis 2008 ist der wirtschaftliche Aufholprozess wieder in Gang gekommen." Das Bild der deutschen Einheit ist uneinheitlich. Es bleibt bei vielen, vor allem bei Ostdeutschen, ein Unbehagen.
Gegen diesen Trend sind kreative Ideen und Projekte entstanden, die vorgestellt und diskutiert werden. Sind sie Wegweiser für eine neue deutsche Einheit in der globalisierten Welt?
20 Jahre Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien (BISS e.V.)
Wissenschaftliche Veranstaltung
Freitag, der 19. März 2010
BISS e.V., Pettenkofer Str. 16-18, 10247 Berlin
Programm und Anmeldung unter www.biss-online.de
Forschungsperspektiven zu Ostdeutschland - Workshop des Nachwuchsnetzwerks Ostdeutschlandforschung
Freitag, der 9. April 2010 von 11 bis 17 Uhr
Ort: Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin,
Ernst-Ruska-Gebäude, Hardenbergstr. 36A, Raum 242
Der Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung hat ein Netzwerk von
jungen Forscherinnen und Forschern ins Leben gerufen, bestehend aus
Diplomanden, Doktoranden und Post-Docs, die zu Themen der
Ostdeutschlandforschung arbeiten. Das Netzwerk und die
Veranstaltungen sind offen für alle Interessentinnen und Interessenten.
Das Nachwuchsnetzwerk ermöglicht über die meist fachspezifische
Ausrichtung von Dissertationen und Diplomarbeiten hinaus den
interdisziplinären Austausch. Es ist das Anliegen des
Innovationsverbunds, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Forschungsfeld
zu gewinnen, miteinander zu vernetzen und bei der Qualifizierung zu
begleiten. Die Diskussion wird von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern aus dem Netzwerk Ostdeutschlandforschung unterstützt.
Wir rufen alle Interessentinnen und Interessenten auf, Themenvorschläge
für den Workshop am 9.4.2010 einzureichen und zu präsentieren. Am
besten ist eine Kurzbeschreibung mit Titel, Themenbeschreibung, Namen
und Adresse/E-Mail auf ca. 1/2 bis 1 Seite.
Rückfragen, thematische Vorschläge und Anmeldungen bitte an Carolin Schröder.
Email: c.schroeder@ztg.tu-berlin.de
Tel.: 030/314-23 793